Heimat - Holz - Handwerk.
Aber auch:
Kontext - Kontur - Kunst.
Und schließlich: Situation - Seele - Skulptur.

Die Welt der Hagener Bildhauerin Waltraud Schroll ist fest verankert im Vertrauten und zugleich auch weit, ganz weit offen für das Unerwartete. Sie rückt der materiellen Urform mit der martialisch anmutenden Kettensäge buchstäblich zu Leibe – und schafft am Ende doch so überaus sensible und filigrane Kunstwerke.

Heimische Hölzer sind der bewährte Stoff, aus dem ihre Kunstträume heranreifen; die Erfahrung des Bodenständigen gibt ihr dabei die feste Gewissheit, eine bildnerische Veränderung und Veredelung immer wieder aufs Neue mutig und entschlossen zu wagen.

- Aus den anfänglich geist-vollen Vorstellungen der Künstlerin entsteigen nach und nach die sinnen-reiche Körper.

- Minimalistisch reduzierte Figuren verweisen gerade durch ihren äußerlichen Verzicht auf einen inneren Reichtum.

- In den Formungen der Abstraktion gewinnt die Ästhetik eine betörend-unbenannte Gestalt.

- Und im Engelsgleichen schließlich spannt sich der Bogen vom Beginn der Schöpfung hin zum Erhabenen und Ewigen.

Waltraud Schrolls durch und durch behutsame Kunst-Sprache ist ein universeller Dialog mit dem Objekt - wie auch mit dem Betrachter.
Eine wahrhaftige Fein-Sinnigkeit greift Raum im Angesicht ihrer Holzskulpturen. Ein Gespür für Harmonie, ein Sehnen nach Vollendung gewinnt in der Kunst Waltraud Schrolls greifbaren Inhalt und sichtbare Gestalt.
Ihr Weg von der Heimat zur Skulptur wird zu einer meditativen Erfahrung

Andreas Thiemann